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Facebook Instant Articles – Inhalte ohne Umwege

Der Internetgigant Facebook startet „Instant Articles“, eine Art Vertriebskanal für ausgewählte Inhalte. Das Unternehmen von Marc Zuckerberg wird in Zukunft Content von ausgewählten Medienmarken direkt auf seiner Plattform anbieten; somit wird keine Weiterleitung bzw. Verlinkung zu den entsprechenden Webseiten mehr notwendig sein.

Facebook startet „Instant Articles“ - eine Art Vertriebskanal für ausgewählte Inhalte.

Facebook startet „Instant Articles“ – eine Art Vertriebskanal für ausgewählte Inhalte.


Was bedeutet diese technische Änderung im Detail und inwiefern wird sich das auf die Facebook-Community auswirken?

In erster Linie ist Instant Articles eine neue Art der Berichterstattung auf sozialen Medien im Online-Bereich. Bisher wurden Inhalte nur mittels eines kleinen Textauszugs und eines Links angeteasert; durch einen Klick wurde man dann auf die eigentliche externe Zielseite weitergeleitet. Zukünftig sollen komplette Artikel, Fotogalerien und Videos direkt in der mobilen Facebook-App ausgespielt werden.

Facebook verkündete jetzt offiziell seine neuen Medienpartner. Die USA sind mit der New York Times, National Geographic sowie dem Portal Buzzfeed vertreten. In Großbritannien mischen der Nachrichtendient BBC und die Zeitung Guardian mit. Auch Deutschland beteiligt sich an diesem neuen Projekt – hierzulande sind es Bild und Spiegel, die künftig Instant Articles für sich nutzen und via Facebook ihre digitalen Inhalte publizieren.

Welche Vorteile erhoffen sich Bild und Spiegel durch die Beteiligung an Instant Articles?

Das Zauberwort heißt zunächst einmal Traffic. Der Traffic, den digitale Nachrichtenportale wie Bild oder Spiegel via Facebook generieren, ist maßgeblich für den Gesamterfolg solcher Internetseiten verantwortlich. Diese These belegt eine Studie aus dem Jahr 2014, die von dem deutschen Journalisten Holger Schmidt veröffentlicht wurde.

Demnach generierten deutsche Medienunternehmen wie Spiegel Online oder auch Foucus.de knapp 5 – 15 Prozent ihres Traffics über das soziale Netzwerk Facebook. Ähnliche Zahlen konnten auch den englischsprachigen Medienhäusern zugeordnet werden.

Trafiquellen der Nachrichten-Sites

Trafiquellen der Nachrichten-Sites


Facebook will jedoch nicht länger als reiner Distributionskanal fungieren und setzt deswegen mit den technischen Veränderungen auf eine Plattform, die Inhalte jeglicher Art ausspielen soll.

Zusätzlich bietet der blaue Internetriese seinen Kooperationspartnern eine neue vielversprechende Möglichkeit: Die Medien sollen künftig selbst für die Vermarktung ihrer Inhalte verantwortlich sein. Das bedeutet in diesem Kontext, dass es den Partnern möglich ist, eingebettete Werbung auf direktem Weg selbst zu verkaufen – um somit auch zu garantieren, dass die Erlöse auf das eigene Konto gebucht werden. Wer das nicht möchte, kann weiterhin auf das Facebook-Werbenetzwerk zurückgreifen um seine Inhalte zu vermarkten; dann müssen jedoch auch 30 Prozent der Einnahmen an Facebook abgetreten werden.

Durch die neue Umstrukturierung sollen auch lange Ladezeiten der Vergangenheit angehören. Bisher hatte der Facebook-User keine Möglichkeit, Artikel in voller Länge innerhalb der mobilen App angezeigt zu bekommen. Hierfür musste man erst auf einen entsprechenden Link klicken – vom Laden der Zielseite bis hin zum eigentlichen Lesen vergehen dabei rund 8 Sekunden. Innerhalb dieser Zeitspanne gehen wertvolle Interessenten verloren, da viele Nutzer nicht mehr bereit sind, solche Ladezeiten abzuwarten, was hohe Absprungraten zur Folge hatte. Weil die Inhalte künftig direkt auf Facebook angezeigt werden, umgeht man dieses Problem – und die lästigen Ladezeiten werden auf ein Minimum reduziert.

Facebook verfolgt sein Ziel ohne Umwege

Vorerst wird das neue Angebot nur mobilen Apple-Nutzern zur Verfügung stehen: Die Inhalte werden zunächst ausschließlich in der iPhone-App präsentiert. Die Version für Android-Smartphones wird wohl bald folgen und steht wahrscheinlich schon in den Entwicklungs-Startlöchern.

Facebook gewinnt immer mehr an Dominanz und schafft es durch dieses Feature, sich als erste Anlaufstelle für den digitalen Nachrichtenkonsum zu positionieren.

Ob sich „Instant Articles“ im Netz beweisen und den gewünschten Erfolg, sowohl für Facebook als auch für die Medienpartner, bringen wird, wird sich in absehbarer Zeit erst noch herausstellen müssen.



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