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Der globale Werbemarkt erholt sich – langsam und nicht überall gleich

WPP/GroupM-Report „This year, next year“ veröffentlicht

Für die globalen Werbeausgaben wird derzeit für das Jahr 2009 mit einem Rückgang um 6,6% auf 445 Milliarden US-Dollar ausgegangen, in 2010 soll es einen leichten Anstieg um 0,8% auf 448 Mrd. USD geben, entgegen einem früheren, 70 Länder umfassenden, GroupM-Report, der noch einen Rückgang um 1,4% prognostizierte.

Die sogenannten BRIIC-Nationen (Brasilien, Russland, Indien, Indonesien und China) identifiziert der zweimal jährlich erscheinende „This year, next year“-Report als die größten Wachstumstreiber, während die Werbeausgaben in den USA und in Europa um einiges hinterherhinken werden.

Dies sind Ergebnisse einer Studie, in welche Daten aus weltweiten WPP-Ressourcen zu Werbung, PR, Marktforschung und anderen Kommunikationsdisziplinen einfließen. Sie wurde anlässlich der UBS Global Media and Communications Conference von Adam Smith (Futures Director GroupM) und Rino Scanzoni (Chief Investment Officer GroupM) vorgestellt.

Die Werbeausgaben in den USA weisen einen deutlichen Abwärtstrend auf: für dieses Jahr wird mit einem Rückgang von 8,0% gerechnet; für 2010 geht man von einem Minus von 4,3% aus. Diese Zahlen decken sich in etwa mit denen, welche für die G7-Nationen (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und USA) im Durchschnitt ermittelt wurden (8,4%/2,8%). Im Gegensatz zu den BRIIC-Nationen und den „Next 11-Ländern“ würden die Wachstumsraten in gesättigten Märkten sich erst in 2011 erholen, so Adam Smith.
Smith betonte, dass die Aussichten auf eine globale Erholung des Werbemarktes in 2010 positiver werden: „Es gibt überall auf der Welt Anzeichen dafür, dass das Vertrauen in Finanzdienstleistungen und in die stark gebeutelte Automobilindustrie zurückkehrt, wobei dies noch mit einem Anstieg der Marketingausgaben zu belegen ist. Fast moving consumer goods, Körperpflegeprodukte und Telekommunikation sind Branchen, in denen die Werbeausgaben während der Rezession aufrecht erhalten werden konnten – dennoch suchen Marketer überall, insbesondere jedoch in den USA und in Westeuropa, in 2010 nach Einsparmöglichkeiten und effizienterer Mediaplanung.“

GroupMs langfristiges Modell geht davon aus, dass die Werbeumsätze von 2011 – 2014 zu einer jährlichen Steigerung von 6-7% zurückkehren werden – ca. ein Prozentpunkt höher als die Wachstumsrate des nominalen globalen Bruttoinlandsproduktes.

Die Studie belegt vor allem zwei Dinge: auch (und gerade) Werbung bleibt von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation keineswegs verschont – was für den einzelnen Werbetreibenden jedoch auch positive Effekte haben kann: für den eingesetzten Werbe-Euro lässt sich mehr Output erzielen, wenn der Wettbewerb sich zurückzieht (Stichwort: antizyklisch werben).
Und – Performance-Marketing liegt weiterhin voll im Trend, denn hier liegt der Effizienz-Gedanke quasi in der DNA. Studien, die ausschließlich das Wachstum des Online-Werbemarktes betrachten, kommen auch zu deutlich positiveren Ergebnissen als die hier dargestellte Auswertung über alle Kanäle. Aber das ist eine andere Geschichte …



2 Kommentare

  1. QUISMA sagt:

    Das stimmt, eine große Überraschung ist das wohl nicht … spannend wird sein zu beobachten, wie groß Wachstum und Verluste in den einzelnen Regionen wirklich sind – und ob, wie und wann sich die Werbespendings anpassen. Hoffen wir, dass wir uns an dieser Stelle in einem Jahr mit positiven Nachrichten „wiederhören“ …

  2. Richard sagt:

    Eigentlicht nicht überraschend, dass der Markt in China usw. wächst und in den USA sinkt. Wobei es schon einmal gut ist, dass des Minus nicht mehr ganz so dick ist. Der Aufschwung kommt aber auch in den Staaten genauso sicher, wie eine neue Krise.


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